Das Dachgeschoss ist oft die letzte große Wohnraum-Reserve im Haus – wären da nicht die Schrägen, die Kopffreiheit und Licht kosten. Genau hier setzt eine Dachgaube an: Sie schafft aufrechte Stehhöhe, holt Tageslicht ins Zimmer und macht aus einer ungenutzten Abstellfläche einen vollwertigen Wohnraum. Als Zimmerei- und Holzbau-Meisterbetrieb im Raum Heilbronn bauen wir Gauben seit 2006 nachträglich ein. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen ehrlich und verständlich, welche Gauben-Arten es gibt, wie der Einbau abläuft, was Sie beim Baurecht beachten müssen und womit Sie bei den Kosten rechnen sollten.
Was ist eine Dachgaube – und was bringt sie?
Eine Dachgaube ist ein Dachaufbau, der aus der Dachfläche heraussteht und ein senkrechtes Fenster aufnimmt. Anders als ein flach in der Dachschräge liegendes Dachfenster schafft die Gaube echten Raum: Vor dem Fenster entsteht ein Bereich mit voller Stehhöhe. Die Vorteile auf einen Blick:
- Mehr Wohnfläche, weil die nutzbare Grundfläche unter der Schräge wächst.
- Mehr Kopffreiheit durch die senkrechte Gaubenwand.
- Mehr Tageslicht und Frischluft über das aufrechte, gut erreichbare Fenster.
- Optische Aufwertung des Hauses, wenn die Gaube gestalterisch zum Dach passt.
Die wichtigsten Gauben-Arten
Welche Gaube die richtige ist, hängt von Dachform, Dachneigung, Statik und dem gewünschten Raumgewinn ab. Die gängigsten Bauformen:
- Schleppgaube: Das Gaubendach ist eine flach geneigte Fortsetzung des Hauptdachs. Schlicht, wirtschaftlich und ideal, um über die Breite viel Raum und Licht zu gewinnen.
- Satteldachgaube (Giebelgaube): Eigenes kleines Satteldach mit Giebel. Fügt sich harmonisch in ein bestehendes Satteldach ein – eine Bauform, die wir bei unseren Projekten im Raum Heilbronn häufig umsetzen.
- Walmdachgaube: Wie die Satteldachgaube, aber mit zusätzlich abgewalmten (schräg zurückgesetzten) Seitenflächen. Wirkt weicher und weniger wuchtig.
- Flachdachgaube: Nahezu waagerechtes Gaubendach. Bringt bei geringer Bauhöhe den größten Raumgewinn, verlangt aber eine sorgfältige Abdichtung.
- Fledermaus- und Rundgaube: Geschwungene Sonderformen für gestalterisch anspruchsvolle Dächer – aufwendiger, dafür ein echter Blickfang.
Ablauf des nachträglichen Einbaus
Der Einbau einer Gaube ist Handwerk mit Plan. In der Regel läuft er in diesen Schritten ab:
- Beratung und Aufmaß vor Ort: Wir prüfen Dachaufbau, Sparrenlage, Statik und besprechen Ihre Wünsche.
- Planung und Genehmigung: Bauform, Größe und Materialien werden festgelegt, bei Bedarf die Genehmigung vorbereitet.
- Öffnen des Dachs: Die Dacheindeckung wird abschnittsweise entfernt, Sparren werden ausgewechselt und die tragende Konstruktion wird angepasst.
- Zimmern der Gaubenkonstruktion: Das Gaubengerüst aus Holz wird aufgebaut – bei uns aus Meisterhand.
- Dämmung, Abdichtung, Eindeckung: Dämmung, wind- und wasserdichte Schichten sowie Eindeckung und Flaschnerarbeiten (z. B. in Kupfer) werden fachgerecht ausgeführt.
- Fenstereinbau und Innenausbau: Das Gaubenfenster wird gesetzt, anschließend folgt der Innenausbau.
Gut geplant ist der eigentliche Einbau der tragenden Gaube meist in wenigen Tagen abgeschlossen – die genaue Dauer hängt von Größe und Bauform ab.
Genehmigung und Baurecht
Ob eine Gaube genehmigungspflichtig ist, richtet sich in Baden-Württemberg nach der Landesbauordnung (LBO) und dem örtlichen Bebauungsplan. Grundsätzlich gilt: Eine Gaube verändert das äußere Erscheinungsbild und die Dachgeometrie, deshalb ist häufig eine Baugenehmigung oder zumindest ein Kenntnisgabeverfahren erforderlich. Bebauungspläne können zusätzlich Vorgaben zu Form, Größe, Anzahl und Abstand der Gauben machen. Verbindlich klären lässt sich das nur über die zuständige Baurechtsbehörde bzw. das Bauamt Ihrer Gemeinde. Wir unterstützen Sie bei der Planung so, dass Ihre Gaube den örtlichen Vorgaben entspricht.
Kosten – woran sie sich orientieren
Seriöse Pauschalpreise gibt es beim Gauben-Einbau nicht, dafür sind die Projekte zu unterschiedlich. Die Kosten hängen vor allem ab von:
- Gauben-Art und Größe (eine Flachdachgaube kostet anders als eine Walmdachgaube),
- Statik und Eingriff ins Dach (müssen Sparren oder Pfetten geändert werden?),
- Material für Eindeckung, Dämmung und Flaschnerarbeiten,
- Innenausbau und gewünschter Ausstattung.
Als grobe Orientierung: Der Einbau einer Gaube liegt spürbar über den Kosten eines einfachen Dachfensters, weil Tragwerk, Abdichtung und Eindeckung dazukommen. Ein belastbarer Preis ergibt sich immer erst nach Aufmaß vor Ort. Genau das machen wir für Sie – transparent und ohne versteckte Posten. Gern beraten wir Sie zu Ihrem konkreten Projekt.









